Die großen Kriminalfälle - Jakob von Metzler - Tod eines Bankiersohns
Kaum ein Verbrechen der vergangenen Jahre hat die Nation so bewegt wie die Entführung und Ermordung des Bankiersohns Jakob von Metzler. Das Opfer: Ein elfjähriger Junge mit einnehmendem Lachen, fröhlich, aufgeweckt, beliebt bei seinen Mitschülern und Lehrern. Der Täter: Magnus Gäfgen, ein 27 Jahre alter Jurastudent kurz vor dem Examen. Ein junger Mann, der sich jahrelang in seiner katholischen Gemeinde rührend in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert hat, der als höflich und hilfsbereit galt. Wie konnte es dazu kommen, dass dieser überdurchschnittlich intelligente Student ein kleines Kind ermordet. Ein Kind, das er kannte. Sechs Jahre nach dem Verbrechen begibt sich hr-Autor Philipp Engel auf Spurensuche…

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Die großen Kriminalfälle - Dagobert - Der Kaufhauserpresser
Am 25. Mai 1988 explodiert im Berliner “Kaufhaus des Westens” eine Bombe. Kurz danach geht ein Erpresserschreiben ein. Der Bombenleger fordert 500.000 DM, sonst würden bei neuen Anschlägen auch Menschen sterben. Das Geld soll aus auf sein Kommando hin aus einer fahrenden S-Bahn geworfen werden. So beginnt einer der längsten und spektakulärsten Erpressungsfälle in der deutschen Kriminalgeschichte. Sechs Jahre lang werden sich “Dagobert”, wie der Täter bald genannt wird, und die Polizei in Berlin und Hamburg ein riskantes Katz- und Maus-Spiel liefern – beobachtet von einer Öffentlichkeit, deren Sympathie ganz dem gewitzten und intelligenten Verbrecher gehört, der die Polizei so lange an der Nase herumführt. Doch für “Dagobert”, der mit richtigem Namen Arno Funke heißt, ist die Erpressung kein Spiel; er will damit einen Teufelskreis durchbrechen, in den er durch seine Krankheit geraten ist. Jahrelang hat er Lösungsmitteldämpfe eingeatmet, das hat bei ihm zu schweren Depressionen geführt. Er denkt an Selbstmord. Die Erpressung ist für ihn ein verzweifelter Versuch, seinem Leben eine Wende zu geben – “wenn ich mich schon umbringe, dann muss ich mich auch an keine Regel mehr halten”, so Arno Funke über seine damalige Motivation. Der KaDeWe-Coup gelingt. Mit einem Schlag ist Funke um eine halbe Million Mark reicher – und er hat etwas gelernt: Verbrechen lohnt sich. Als das Geld ausgegeben ist, versucht er es noch einmal, diesmal in einem Hamburger Kaufhaus. Die Polizei erkennt seine “Handschrift” und weiß, wenn es ihm auch diesmal gelingt, dann wird er immer wieder zuschlagen – sie muss ihn unbedingt fassen. Zwei Sonderkommissionen werden gebildet, in Hamburg und in Berlin. Mit einem Großaufgebot an Beamten versucht die Polizei “Dagobert” bei einer der 30 Geldübergabeversuche zu schnappen – vergeblich. Es ist ein riskantes Spiel, denn keiner weiß, ob der Erpresser das nächste Mal ernst macht und mit seinen Bomben auch Menschen tötet oder verletzt. Bei ihren Ermittlungen ist die Polizei vom Pech verfolgt. Einmal hat ihn ein Beamter schon am Arm gepackt, da rutscht er aus und “Dagobert” kann entkommen. Ein anderes Mal überwachen die Beamten fast 1.500 Telefonzellen in Berlin-West, ausgerechnet da ruft der Erpresser zum ersten Mal aus dem Ostteil der Stadt an usw. Die Polizei wird zum Gespött der Boulevard-Presse. “Dagobert” dagegen überrascht mit unglaublichem technischem Erfindungsreichtum. Er baut ferngesteuerte Geldabwurfgeräte, Schienenfahrzeuge, Mini-U-Boote, Streusandkisten-Attrappen… und gewinnt damit die Sympathie der Öffentlichkeit – aber es gelingt ihm nicht, an das Geld zu kommen. Trotz des öffentlichen Drucks bleibt die Polizei bei ihrer Strategie, “Dagobert” zu zermürben. Je länger sich das Katz- und Maus-Spiel hinzieht, desto sicherer kann sie sein, dass er nicht morden wird und desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass er doch noch den entscheidenden Fehler macht. Am 22. April 1994 bringt die Überwachung der Berliner Telefonzellen schließlich den entscheidenden Erfolg. “Dagobert” wird gefasst. Er ist froh, dass es vorbei ist, genau wie seine Gegenspieler von der Polizei! Am 20. Juni 1996 wird Arno Funke alias “Dagobert” wegen schwerer räuberischer Erpressung zu neun Jahren Haft und zu einer Schadensersatzzahlung von 2,5 Millionen Euro verurteilt. Heute lebt er als Grafiker und Buchautor in Berlin. Im Film treten die Gegenspieler von damals noch einmal auf: Arno Funke sowie Ulrich Tille und Martin Textor von den Sokos in Hamburg und Berlin. Zum ersten Mal werden auch die Fahnder erzählen, die “Dagobert” verhaften haben, sowie sein Freund Heinz Küppert.

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Die großen Kriminalfälle - Ein Mord und keine Leiche
1993 hielt er mit der “Rotlichtaffäre” im Saarland die Medien auf Trab: Hugo L. Die Duz-Freundschaft mit Hugo L., den die Lokalpresse zum “ungekrönten König des Saarbrücker Nachtlebens” und “König der Saarbrücker Unterwelt” avancieren ließ, kompromittierte führende Landespolitiker. Alles wartete darauf, dass der “liebe Hugo” seine Drohung wahr machte und angeblich existierende peinliche Fotos vom Ministerpräsidenten in der Nachtbar “Cascade” endlich auspackte. Vergeblich. Der Kriminalfall Hugo L. hat die saarländische Strafjustiz so lange beschäftigt. Der 1943 geborene Saarbrücker mit französischem Pass, jüngstes von 13 Geschwistern, ist seit Teenagertagen als gewalttätiger Krimineller aktenkundig. 1997 wurde er nach zwei Jahren Prozess wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Saarbrücker Schwurgericht sah es als erwiesen an, dass L. in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1985 den 62-jährigen Saarbrücker Kaufmann Heinz Weirich einen Wechsel und Vermögensübereignungen zu unterschreiben zwang und ihn anschließend ermordete. Tatmotiv: Habgier. Hugo L. beteuerte seine Unschuld. Gegen ihn sprachen ein ausgedehntes Vorstrafenregister, eine spektakuläre Flucht aus dem Gefängnis und eine 7000 Blatt umfassende polizeiliche Ermittlungsakte. Aber der im September 1985 als vermisst gemeldete Kaufmann Heinz Weirich wurde bis heute nicht gefunden. Zwölf Jahre nach der Tat verhängte das Saarbrücker Schwurgericht “Lebenslänglich” nur auf Grund von Indizien; eine Leiche und gerichtsmedizinische Erkenntnisse über Zeit und Art des Todes fehlen. Hugo L. und seinen Verteidigern half dies ebenso wenig wie der Verweis darauf, dass das eigentlich für die Strafverfolgung zuständige Gericht in Metz – die Tat soll sich unmittelbar hinter der “grünen Grenze” auf französischem Territorium abgespielt haben – 1990 die Mordanklage fallen ließ. Eine Berufung auf das Schengener Abkommen, das während des L.-Prozesses 1995 in Kraft trat und nach dessen Artikel 54 niemand wegen ein und desselben Deliktes zweimal strafrechtlich verfolgt werden darf, wies der Bundesgerichtshof in Karlsruhe 1999 zurück. Ein Mord ohne Leiche, eine Polizei und Justiz ohne den geringsten Zweifel an der Schuld des Verurteilten, ein “Lebenslänglicher”, der auch im Knast keine Ruhe gibt. Die Dokumentation von Inge Plettenberg rekapituliert die wesentlichen Fakten eines Falles, der in der deutsch-französischen Justizgeschichte ziemlich einmalig dasteht.

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Die großen Kriminalfälle - Lebenslänglich für Vera Brühne
Im Alter von 90 Jahren brach Vera Brühne ihr Schweigen und hat in dieser Dokumentation ihre Geschichte erzählt - zum ersten Mal seit ihrer Begnadigung 1979, nach 18 Jahren Haft. Nach wie vor beteuert Vera Brühne ihre Unschuld. Naiv sei sie gewesen. Eine einfache Hausfrau, die nicht verstehen konnte, wie sie da hinein geraten war. Die Ermittlungen wurden schlampig geführt, der Prozess enthielt zahllose Ungereimtheiten. Tausende von Schaulustigen drängelten sich damals vor dem Münchener Gerichtsgebäude. Sie warteten auf die schöne blonde Frau, von der die Boulevardpresse schrieb, sie sei eine geldgierige Lebedame. Wochenlang wurde die Öffentlichkeit mit immer neuen Details aus dem angeblich so verruchten Leben der Vera Brühne gefüttert. Das Urteil über sie war in der Öffentlichkeit längst gesprochen, noch bevor der Schwurgerichtsprozess richtig begonnen hatte. Der Film von Michael Gramberg deckt Widersprüche und platte Lügen im Urteilsspruch von 1962 auf. Offensichtlich hat Vera Brühne 18 Jahre unschuldig hinter Gittern verbracht, wurde Opfer eines politischen Komplotts, bei dem die wahren Mörder im Verborgenen blieben. Dr. Otto Praun, den Vera Brühne gemeinsam mit ihrem Bekannten Johann Ferbach im April 1960 ermordet haben soll, hatte sein erhebliches Vermögen nicht als Arzt erwirtschaftet, sondern als Waffenhändler im Dienst des BND. Hinweise, dass die Mörder im Auftrag des BND handelten, gedeckt vom damaligen Bundesverteidigungsministerium unter Franz Josef Strauß, sind bis heute nicht schlüssig widerlegt worden. Recherchen von Journalisten und Bundestagsabgeordneten wurden behindert, ein Wiederaufnahmeverfahren abgelehnt. Fast 40 Jahre nach dem Aufsehen erregenden Mordprozess will Vera Brühne endlich Gerechtigkeit.

Größe: 350 MB (Xvid) | Dauer: 00:41:58 |
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Die großen Kriminalfälle - Der Satansmord - Tod eines Schülers
Sondershausen, 29.4.1993. Der 15-jährige Schüler Sandro Beyer bekommt von einem Mädchen, das er flüchtig kennt, auf dem Schulhof einen Zettel zugesteckt: “20 Uhr am Rondell”. Seiner Mutter erzählt er am Nachmittag beiläufig von der Verabredung. “Mach Dir keine Sorgen, ich bin um Viertel nach neun wieder da”, diesen letzten Satz ihres Sohnes hat Cornelia Beyer immer noch im Ohr. Als Sandro um 22 Uhr noch nicht zu Hause ist, machen sich die Eltern auf die Suche. Vergeblich. Sechs Tage später ermittelt endlich auch die Polizei. Der Wald wird abgesucht, Mitschüler werden verhört. Nach anfänglichem Leugnen gestehen Hendrik, Sebastian und Andreas, ihren Mitschüler Sandro in eine Hütte gelockt, dort an einen Stuhl gefesselt und schließlich mit einem Elektrokabel erdrosselt zu haben. Aber warum? Die Täter gehören einer auffälligen Clique an, die sich schwarz kleidet, kreidebleich schminkt, Black Metal Musik hört, Splatter-Videos schaut und des Öfteren nachts auf dem Friedhof zusammensitzt und mit Blut oder Rotwein Pentagramme auf den Boden malt. Für die Boulevardpresse ist der Fall damit klar: “Der Satansmord von Sondershausen” macht bundesweit Schlagzeilen. “Die ständige Beschäftigung mit satanistischem Gedankengut und mit Tötungsdarstellungen in Filmen”, habe die “bei anderen Menschen vorhandene Hemmschwelle vor einer Tötung deutlich herabgesetzt”, befindet auch das Gericht, bleibt aber im Urteil deutlich unter der zulässigen Jugendhöchststrafe, um die Rückkehr “in ein normales Leben” zu ermöglichen. Acht Jahre nach der Tat ist die Autorin Ulrike Baur in die thüringische Kleinstadt gefahren, hat Zeugen befragt, Spuren gesichtet, mit der Kripo, mit dem Pfarrer, mit Sozialarbeitern und vor allem mit der Mutter des Mordopfers gesprochen, für die es ein “normales Leben” nie mehr geben kann. Der Film geht der Frage nach, wie es zur Tat kommen konnte und welche Rolle dabei der Satanismus, Gewaltdarstellungen und rechtes Gedankengut spielten. Einer der drei Täter, Hendrik Möbus, ist mittlerweile mit eigener Homepage zum Internetstar der rechten Szene aufgestiegen. Die Bänder der Musikband “Absurd”, in der die drei spielten, werden wie einschlägige Devotionalien gehandelt, vor allem der Song “Tod im Wald”, in dem es heißt: “Im Wald hört niemand der Opfer Schrei. Wieder ist die grausige Tat vollbracht. Der Toten letzte Worte waren: Gott steh mir bei! Und der Vollmond scheint in finstrer Nacht.” War der “Satansmord” also das fast zufällige Ergebnis pubertärer Rituale, die Fantasie und Realität nicht mehr auseinander halten konnten? Oder ist all das nur Beiwerk und die Tat in Wahrheit auf private Streitereien zwischen dem Opfer und seinen Mördern zurückzuführen? Oder ging es darum, “lebensunwertes Leben” zu töten, wie Hendrik Möbus später, nach dem Urteil, sagte? Der Film geht diesen Fragen nach, aber er beschränkt sich nicht auf die Rekonstruktion der Tat. Er zeigt auch, welchen Einfluss die Haft auf die weitere Entwicklung der Täter hatte, die inzwischen wieder frei sind. Lediglich Hendrik Möbus, der seine Bewährung wegen Verunglimpfung des ermordeten Sandro Beyer verwirkt hat, sitzt wieder in Haft. Allerdings nicht in Deutschland, sondern in amerikanischer Auslieferungshaft. Er war vor der deutschen Strafverfolgung in die USA geflohen und hat dort politisches Asyl beantragt. Acht Jahre sind seit der Tat vergangen. Aber Sondershausen findet keinen Frieden. Sandros Grabstein wird immer wieder beschädigt, mit Kot beschmiert. Cornelia Beyer ist heute eine kranke Frau, Frührentnerin. Jede neue Pressemeldung über Hendrik Möbus reißt alte Wunden wieder auf: “Ich wollte, er würde in den USA bleiben. Weit weg von Thüringen, von Sondershausen. Ich will endlich zur Ruhe kommen. Aber ich schaffe es nicht.”

Größe: 350 MB (Xvid) | Dauer: 00:42:57 |
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Die großen Kriminalfälle - Soldatenmord
Ein Munitionsdepot des Fallschirmjägerbataillons 261 der Bundeswehr nahe Lebach/Saarland. In der Nacht zum 20. Januar 1969 durchschneiden zwei Männer den Maschendrahtzaun, dringen in die Wachbaracke ein und erschießen vier der fünf Wachsoldaten. Im Schlaf. Nur einer war auf dem Posten, und nur er überlebte seine schweren Stich- und Schussverletzungen. Der Soldatenmord von Lebach traf die Bundeswehr mitten im Frieden und führte sie regelrecht vor, indem er ihre Sicherheits-Defizite enthüllte. Dabei hatte die in Bonn regierende Große Koalition aus CDU und SPD – noch voll im Zuge des Ost-West-Konfliktes – “Abschreckung” auf ihre militärpolitischen Fahnen geschrieben, in Südostasien führten die USA einen ungewinnbaren Bombenkrieg gegen Vietnam, in der Tschechoslowakei hatten die Truppen des Warschauer Paktes wenige Monate zuvor den “Prager Frühling” zerschlagen, und in den deutschen Universitätsstädten lieferten sich Polizei und rebellierende Studenten Straßenschlachten. “Das legendäre `68 war gerade mal drei Wochen zu Ende”, erinnert sich der Journalist Hans-Joachim Noack, einer der Zeitzeugen im Film. Ein so ungeheuerliches Verbrechen wie der Soldatenmord von Lebach konnte nur politisch motiviert sein, konnte nur auf das Konto der APO gehen: Dies vermuteten jedenfalls konservative Politiker. Die größte Fahndungsaktion der deutschen Nachkriegsgeschichte ergab etwas anderes, viel Banaleres. Vier junge Bundeswehrsoldaten mussten sterben, weil drei andere junge Männer vom sorglosen Leben unter südlicher Sonne träumten. Das “eigentliche” Verbrechen sollte erst folgen: Erpressungen in großem Stil. Doch am Ende mussten die Täter erkennen: Sie hatten nichts zu Wege gebracht – außer, vier schlafende junge Männer zu erschießen und einen fünften beinahe umzubringen. Nach nur drei Monaten waren Oberstaatsanwalt Siegfried Buback und die von Karl Schütz (BKA) geleitete Sonderkommission Lebach am Ziel: Am 25. April 1969 wurden die mutmaßlichen Täter verhaftet. Das Urteil des Schwurgerichtes Saarbrücken lautete am 7. August 1970: Lebenslänglich für die beiden Haupttäter, sechs Jahre Haft für den dritten Angeklagten wegen Beihilfe zum Mord. Das große Publikumsinteresse war Anlass, die Verhandlung in die Kongresshalle zu verlegen, den größten Saal der Stadt. Kritische Äußerungen von Strafrechtlern am “Schauprozess”, in dem die Angeklagten in Metallkäfigen verwahrt wurden, mischten sich mit Volkes Stimme – dem Ruf nach der Todesstrafe. Mehr als dreißig Jahre danach ist nur noch einer der Verurteilten in Haft. Die beiden anderen führen wieder ein normales bürgerliches Leben in Freiheit. Die Bundeswehr hat das Munitionsdepot bei Lebach vor einigen Jahren aufgegeben. Der Film erzählt den “Fall Lebach” vor allem aus der Perspektive der damals beteiligten Kriminalisten und Prozess-Berichterstatter. Daneben kommen Zeitzeugen aus dem Umfeld der Täter zu Wort. Die Verurteilten selbst wollten von der Möglichkeit, nach so langer Zeit ihre Tat kritisch zu reflektieren, keinen Gebrauch machen.

Größe: 350 MB (Xvid) | Dauer: 00:42:59 |
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Die großen Kriminalfälle - Der Fall Rosemarie Nitribitt
Die Dokumentation zeichnet das wahre Bild der Rosemarie Nitribitt, jenseits des verklärten Bildes der vermeintlich mondänen Lebensdame, das Bild eines kleinen Mädchens, das bei Pflegeeltern aufwuchs und aufsteigen wollte um jeden Preis. Am Ende bezahlte sie ihren “Aufstieg” zur Edelhure mit dem Leben. Schwarzer Mercedes, große Topfhüte, Pelzmantel, Nerzstola und Pudel - die Erkennungszeichen von Rosemarie Nitribitt. Das Unternehmen Wohnungsprostitution in Frankfurts City prosperierte, wie die Stadt, die Messe, die Börse und das Rotlichtmilieu. Am 1. November 1957 wurde sie ermordet - seither blühen die Gerüchte über Kunden, Mordmotive und Polizeipatzer. Über Politiker aus Bonn, die geschont werden sollten, von Industriebossen und Dauerliebhabern aus der Ruhrgebiets-Dynastie wurde gemunkelt. Autorin Helga Dierichs bekam Zugang zu den Ermittlungsakten. Seither ist bekannt, dass vier entscheidende Bände der Hauptakte fehlen. Die Dokumentation zeichnet die Ermittlungspannen nach, nennt Versäumnisse und vernachlässigte Spuren und zeigt, wer ins Blickfeld der Fahnder geriet und wer nicht.

Größe: 350 MB (Xvid) | Dauer: 00:43:33 |
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Die großen Kriminalfälle - Der Kreuzworträtsel-Mord
“Tötungsverbrechen in Halle-Neustadt ist aufgeklärt.” Hinter der knappen Meldung der Halleschen Tageszeitung vom 21. November 1981 verbirgt sich eine der wohl spektakulärsten und aufwändigsten Ermittlungsaktionen in der Kriminalgeschichte der DDR.
Am 15. Januar des Jahres war ein siebenjähriger Junge aus Halle-Neustadt bei einem Kinobesuch verschwunden. Zwei Wochen später findet ein Streckenläufer der Deutschen Reichsbahn an einem Bahndamm zwischen Halle und Leipzig einen Koffer mit der Leiche des Jungen. Der Koffer ist ausgestopft mit zerknülltem Zeitungspapier. Auf einigen der Zeitungsseiten befinden sich ausgefüllte Kreuzworträtsel. Wenige Buchstaben-Kombinationen, alles andere als eine heiße Spur. Da es aber keine weitere gibt und die “Zentrale” vehement auf Erfolgsmeldungen drückt, bleibt den Ermittlern nichts anderes übrig, als dieser dürren Spur zu folgen. Sie versuchen herauszufinden, wer das Kreuzworträtsel ausgefüllt hat, in der Hoffnung, damit in die Nähe des Mörders zu kommen. Es beginnt eine Aktion anzurollen, die beispiellos geblieben ist. Hunderte Polizisten, freiwillige Polizeihelfer und MfS-Mitarbeiter gehen in Halle-Neustadt auf Klingeltour, um “individuelle Schreibleistungen” einzuholen, wie es im Polizeideutsch der DDR etwas umständlich formuliert war. Treppauf, treppab werden die Bürger von Halle-Neustadt aufgesucht, um einen zunächst langen, dann immer kürzeren Text zu Papier zu bringen, der von Schriftexperten ausgeklügelt worden war. Hartnäckige Verweigerer werden registriert, ihre Schriftproben werden konspirativ verschafft. Ganze Schwärme von Jungen Pionieren werden aufgeboten, um Abfallberge nach Altpapier zu durchforsten. 60 Tonnen Zeitungspapier sind das Ergebnis. Parallel werden die so genannten Kaderabteilungen sämtlicher Betriebe in Halle abgeklopft: 100.000 Schriftvergleiche, 30.000 Wohnungsanträge und 90.000 ausgefüllte Telegrammformulare. Nicht zuletzt 40.000 Bestellscheine, auf denen die Hallenser ihre Trabbi- und Wartburg-Bestellungen aufgegeben hatten. Insgesamt wird die enorme Menge von 551.198 Schriftproben ausgewertet. Nach zehn Monaten, kaum jemand glaubt noch an den Erfolg, sind die Ermittler endlich am Ziel… Eine Erfolgsgeschichte der “Volkspolizei”, die - leicht modifiziert - bereits kurze Zeit später im Fernsehen der DDR in der Reihe “Polizeiruf 110″ zu bestaunen war. MDR-Autor Gunther Scholz rollt die spektakuläre Fahndungs-Aktion noch einmal auf, an den Originalschauplätzen, mit einigen der Hauptprotagonisten. Die Dokumentation rekonstruiert die umfangreichste und ungewöhnlichste Polizeiaktion in der Geschichte der DDR, die wohl auch nur in einem geschlossenen Land wie der DDR möglich war.

Größe: 350 MB (Xvid) | Dauer: 00:42:39 |
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Die großen Kriminalfälle - Die Rache der Marianne Bachmeier
6. März 1981. Marianne Bachmeier erschießt im Gerichtssaal von Lübeck den Mann, der ihre Tochter Anna ermordet hat. Eine größere Sensation hat die deutsche Justizgeschichte bis dahin nicht erlebt. Entsprechend groß die öffentliche Anteilnahme am Schicksal der Frau, die ‘aus Liebe zu ihrer Tochter Rache’ nahm. “Den hätte ich auch erschossen. Die Frau muss freigesprochen werden”, so die Meinung der Lübecker Bürger. Marianne Bachmeier ist eine attraktive Frau. Die Männer liegen ihr zu Füßen. Dennoch wählt sie immer die falschen aus. Sie lässt sich von ihnen reinlegen und ausnehmen. Sie ist immer das Opfer. Sie scheint unglückliche Beziehungen zu bevorzugen. Sie kann wohl nicht glücklich sein. Das ist die Geschichte, die vor Prozessbeginn in vielen Medien ausgebreitet wird. Durch die Boulevardpresse aufgewühlt, ist sich dabei Volkes Meinung einig: diese Frau verdient eher Lob für ihre Tat als Gefängnis. Drohbriefe erreichen das Gericht: Sollte Marianne Bachmeier bestraft werden, haften Staatsanwalt und Richter mit ihrem Leben. Im November 1982, im Prozess gegen die “Rachemutter” Marianne Bachmeier, werden ihre Anwälte die Justiz für Grabowskis Verbrechen mitverantwortlich machen. Klaus Grabowski war mehrfach wegen Sexualdelikten an Kindern vorbestraft. Die Argumentation der Anwälte: hätte die Justiz dem unter Bewährungsaufsicht stehenden Grabowski untersagt, sich nach seiner Kastrierung einer Hormonbehandlung zu unterziehen, dann wäre Anna nicht ermordet worden und Marianne Bachmeier hätte nicht Rache üben müssen. Marianne Bachmeier sagt vor Gericht aus, sie habe gar nicht töten wollen. Sie habe ganz unüberlegt aus dem Affekt heraus geschossen. Sie habe auch nie schießen geübt. Sie wird zu sechs Jahren Haft verurteilt und nach drei Jahren bereits entlassen. Doch die Geschichte der Marianne Bachmeier muss noch einmal geschrieben werden. Die Wahrheit sieht anders aus. Der Staatsanwalt war schon damals davon überzeugt, dass Marianne Bachmeier nicht die volle Wahrheit gesagt hatte: “Das war eine hervorragende Schützenleistung. Das kann man nur, wenn man geübt hat.” Und Freunde von damals bestätigen, dass Marianne Bachmeier sehr wohl Schießübungen gemacht hat, sich somit doch auf den Ernstfall vorbereitet hat. In einem Live-Auftritt bei “Fliege” gibt Marianne Bachmeier 1995 selbst zu, dass sie den Mörder ihrer Tochter nach reiflicher Überlegung erschossen hat, um Recht über ihn zu sprechen, und um ihn daran zu hindern, weiter gemeine Unwahrheiten über Anna zu verbreiten. Es war also doch ein Racheakt. Doch auch das Bild der fürsorglichen liebevollen Mutter gerät etwas ins Wanken. Marianne Bachmeier hatte zwei frühe Töchter zur Adoption weggegeben und wollte auch ihr drittes Kind Anna einem befreundeten Ehepaar überlassen. Eine Schulfreundin erinnert sich, dass Anna “wie ein freier Vogel war… Aber sie hatte einfach kein Zuhause.” Alle, die Anna kannten, schwärmen noch heute von diesem wunderbaren Mädchen, das mit sieben Jahren sterben musste. Michael Grambergs Film wird dann auch eher zu einer Widmung an das Kind als an die schillernde Figur der Mutter, die damals so im Vordergrund gestanden hatte.

Größe: 380 MB (Xvid) | Dauer: 00:43:21 |
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Die großen Kriminalfälle - Post vom Tango-Jüngling
Die erste Bombe reißt die 18-jährige Kontoristin Margret Grüneklee in Stücke. Acht weitere Menschen erleiden Knochenbrüche, Gehirnerschütterungen, Trommelfellrisse und Schnittwunden. Die Bombe war an einen Marmeladenfabrikanten adressiert. Sie ist früher als geplant explodiert – am 29. November 1951 morgens gegen halb neun im Postamt Eystrup. Die zweite Bombe detoniert gut vier Stunden später in der Redaktion der Tageszeitung “Bremer Nachrichten” und tötet den Chefredakteur. Seine Sekretärin und der Feuilleton-Chef des Blattes werden schwer verletzt. Die dritte Bombe soll einen Futtermittelfabrikanten umbringen. Aber sie explodiert nicht. Die Batterie, die den Zünder mit Strom versorgen soll, ist defekt. Alle drei Bomben sind per Postpaket verschickt worden. Für die Ermittlungen wird eine 60-köpfige Sonderkommission gebildet. Der Fall erregt bundesweit und sogar im Ausland Aufsehen. Es wird über politische Hintergründe spekuliert. Stecken etwa Anarchisten, Kommunisten oder unverbesserliche Nazis hinter den Anschlägen? CDU und Deutsche Partei verlangen eine neue Diskussion über die gerade abgeschaffte Todesstrafe. Die Sonderkommission arbeitet rund um die Uhr. Die Beamten kommen kaum zum Schlafen. Eine bis dahin beispiellose Großfahndung läuft an. Ähnlicher Aufwand wird erst Jahrzehnte später bei der Jagd nach RAF-Terroristen betrieben werden. Die Grenzen der Bundesrepublik werden mehrere Tage lang geschlossen. Überall hängen Steckbriefe mit der Täterbeschreibung. 10.000 Mark Belohnung werden ausgesetzt. Zeugen beschreiben den Mann, der die brisanten Pakete zur Post gebracht hat, als “Tango-Jüngling”. Er habe eine “leichte, wiegende Gangart” und ein “blasses, schmales, mädchenhaft hübsches Gesicht”. Und er sei fein angezogen gewesen. Parallel zur Sonderkommission ermitteln Reporter der “Bremer Nachrichten”. Auch sie “vernehmen” Zeugen und lassen nach deren Angaben ein Phantombild des Bomben-Absenders zeichnen – das mutmaßlich erste der deutschen Kriminalgeschichte. Es wird zusammen mit der Täterbeschreibung in den “Bremer Nachrichten” veröffentlicht. Als der Chefredakteur der Nienburger Heimatzeitung “Die Harke” die “Bremer Nachrichten” liest und das Phantombild sieht, ruft er bei der Kripo an und sagt: “Es kann nur der gewesen sein. Holt den Kerl ab!” Der “Kerl” heißt Erich von Halacz. Er ist am Tag der Attentate 22 Jahre alt geworden. Das Phantombild ist ein beinahe perfektes Portrait von ihm. Halacz wird festgenommen. Nachdem die Schreibmaschine aufgetaucht ist, auf der er nachweislich die Paketadressen geschrieben hat, legt er schließlich ein Geständnis ab: Er habe die Bomben gebaut und an wohlhabende Leute geschickt, um deren Angehörige hinterher zu erpressen. Er wollte ihnen drohen, sie auch in die Luft zu sprengen, wenn sie ihm nicht 5.000 Mark zahlen würden. Das Geld sollte als Startkapital für einen Schallplattenverleih dienen. Am 25. April 1952 ist Erich von Halacz vor dem Verdener Landgericht zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt worden. Seit Herbst 1974 ist er wieder in Freiheit. Wo er heute lebt, wissen nur wenige Leute – und die reden nicht drüber.

Größe: 350 MB (Xvid) | Dauer: 00:42:54 |
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